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1981 - 1996

Die Geschichte der Gröbenzeller Heimatbühne beginnt im letzten Jahrtausend (Ja! So alt sind wir schon!). Genauer gesagt, im Jahr 1979, als im Rahmen der Gröbenzeller Treffpunkte eine Laienspielgruppe etabliert werden sollte. Leider herrschte schon beim ersten Treffen der Theaterbegeisterten keine Einigkeit über das zu spielende Genre. Während eine Gruppe lieber anspruchsvolles, modernes Theater machen wollte, fühlte sich die andere eher der leichten Muse zugetan. Erstere um Jochen Laue und Günther Bülig gründeten das Kindertheater, das später zum TiG - Theater in Gröbenzell wurde, während sich Elfriede Simon, Anni Weser, Uwe Kostelecky, Uwe Grobba, Rudi Ulrich und andere dem Volkstheater zuwandten und im Dezember 1980 die Gröbenzeller Heimatbühne ins Leben riefen. So konnte dann im Rahmen eines Bunten Abends im Frühjahr 1981 das erste Stück aufgeführt werden: "Warum? - Darum!" von Maximilian Vitus. Ganz bescheiden begnügte man sich mit diesem Einakter, der bis dato unser einziger geblieben ist. Er wurde allerdings in anderer Besetzung im November 1987 im Altenheim noch einmal aufgeführt.

Schon im Jahr darauf wagten sich die Gründungsmitglieder an ein abendfüllendes Stück mit drei Akten: "Die pfiffige Urschl" von Franz Schaurer und bei Drei-Aktern ist es bis 2002 auch geblieben. Und auch dabei, dass bei den meisten Aufführungen kleine Pannen passieren. So verschwand Hubert Eckstein einmal einfach von der Bühne, obwohl Elfriede Simon noch auf ihn einsprach. Doch Regisseurin Anni Weser schickte ihn postwendend mit einem "Schaugst, dass D' naus kummst!!!" wieder zurück. Er tat's, wußte zwar nicht warum, sprach: " Do bin i wieda!" und die Szene lief weiter, ohne dass das Publikum etwas bemerkte. Bei diesem Stück wurde auch unser Markenzeichen eingeführt: Die "Schmuser". Geri Becker stimmte das Publikum vor jedem Akt in einer Art Sprechgesang auf das kommende Geschehen ein. Walter Simon begleitete ihn auf seinem Akkordeon mit selbst geschriebenen Melodien.

1983 folgte dann "Unkraut verdirbt net" von Georg Harrieder, eine bayerische Version Moliéres "Der eingebildete Kranke". Seit diesen Vorstellungen traten die Schmuser als Gesangsduo auf. Walter Simon schrieb die Melodien zu Texten seiner Frau Elfriede und sang diese "Schmuserlieder" zusammen mit Geri Becker als Einführung zu den einzelnen Akten.

Im Jahr darauf folgte "Eine Frau mit Garantie" von Franz Schaurer und 1985 "Oaner spinnt immer" von Martin Fischer.

Bei "Zwoa harte Nüß" von Ulla Kling (1986) beging Peter Schnappberger ein bis heute fast unverzeihliches Sakrileg: Er war beim Probenwochenende eine Woche vor der Premiere nicht da! Voller Begeisterung hatte er sich in seiner Wehrdienstzeit als Helfer bei einer militärischen Segelflugmeisterschaft freiwillig gemeldet und war für zwei Wochen nach Bückeburg im Weserbergland abkommandiert worden. Glücklicherweise sprang sein Vater Ludwig ein und übernahm bei der Generalprobe seine Rolle - mit Textbuch in der Hand. Dies war sehr amüsant für alle Beteiligten und ist auch auf Video festgehalten. Ludwig Schnappberger machte die Sache so gut, dass er von Vorstand Elfriede Simon gleich für das nächste Jahr als Akteur engagiert wurde.

Bei den Proben zu "Die Eisheiligen und de kalt Sophie" (Georg Harrieder) traf uns ein schwerer Schlag. Im Dezember 1986 verstarb plötzlich und viel zu früh Hubert Eckstein, ein Gründungsmitglied und zusammen mit Elfriede Simon unschlagbar im Improvisieren. Doch in seinem Sinne beschlossen wir "The show must go on" und dank Sigi Schneid, der kurzfristig die Rolle Huberts lernte, konnten die Aufführungen im März 1987 über die Bühne gehen.

1988 dann eine Premiere: Das erste Stück aus eigenem Hause wird gespielt:"D' Heiratsanzeig'" von Vorstand Elfriede Simon und ihrem Nachbarn Herbert Schmuderer, der uns auch lange Jahre die Programmzettel zeichnete. Dieses Stück bescherte uns die bisher größte Bandbreite an Zuschauerreaktionen. Von "Sauguat" bis "So ein Schmarrn" war alles dabei. Es war bisher auch das einzige, das uns schon beim Öffnen des Vorhangs für das Bühnenbild Applaus einbrachte.

"Der Gockelkriag" hieß das nächste Stück. Ulla Kling nimmt damit einen wirklich durchgeführten Prozeß um einen krähenden Gockel auf die Schippe. Auf der Bühne wird das allerdings noch dadurch übertrieben, dass der "mexikanische Kampfhahn" immer pünktlich im Mitternacht die Nachbarn aus den Betten reißt.

Zum zehnjährigen Jubiläum 1990 zeigten wir das beliebteste Stück der Vereinsgeschichte noch einmal:"Die pfiffige Urschl". Allerdings mit neuer Besetzung, da von der alten kaum noch jemand dabei war. Sigi Schneid half uns erneut aus, als Uwe Kostelecky kurz vor Probenbeginn seine Mitwirkung beendete.

Aufgrund der damals häufigen Übertragungen von Volks- und Bauerntheatern im Fernsehen und des damit verbundenen Zuschauerschwunds, entschlossen wir uns 1991, unser Repertoire auf Kriminal-, Familien- und Boulevardkomödien zu erweitern. Den Anfang machten wir mit der Familie:"Oh diese Kinder" von Ulla Kling stand auf dem Spielplan und wurde vom Publikum begeistert aufgenommen.

Dies bestätigte uns in unserer neuen Richtung und so präsentierten wir unseren Zuschauern 1992 "eine fast kriminelle Hochzeitsfeier":"Freitag, der 13." von Franz Schaurer. Wegen Problemen mit den Arbeitszeiten einzelner Mitglieder und des veränderten Publikumsverhaltens in diesem Jahr auch eine Änderung, die eigentlich gar nicht zum Titel paßte: Wir legten die Spieltermine von Freitag/Samstag auf Samstag/Sonntag. Die zweite große Änderung betraf die Regie: Anni Weser zog sich von dem anstrengenden Amt zurück und übergab die Leitung an Elfriede Simon und Peter Schnappberger.

Offensichtlich machte diese Tätigkeit den beiden Lust auf mehr, denn 1993 überraschten sie uns mit ihrem selbst gestrickten Werk "Rentner? - Rentner!". In diesem, wie in den beiden folgenden Jahren wurde wegen Terminproblemen im Herbst aufgeführt.

1994 wagten wir noch einmal, uns wie das Fernsehen zu benehmen - wir brachten eine Wiederholung:"Zwoa harte Nüß", worin Elfriede Simon abermals in ihrer Glanzrolle als Magd Mirzl brillieren konnte.

Mit dem "Kohlrabiapostel" von Erfried Smija, den wir 1995 auf die Bühne stellten, verabschiedete sich die Gründerriege um Familie Simon von der Heimatbühne. Die meisten altgedienten Mimen engagieren sich seitdem bei den "Gröben-Oldies". Am Probenwochenende entstand damals große Unruhe: "Franz Hager" tauchte nicht auf, oder besser, der, der ihn spielen sollte. Nach erfolglosem Telefonieren von Elfriede Simon stand am Premierentag endlich fest: Der Knabe ist verschwunden! Also trafen sich Elfriede und Peter am Vormittag, um die Rolle des Franz aus dem Stück heraus zu schreiben. Nachmittags um drei war noch ein zusätzliche Probe, um den neuen Text intus zu bekommen (wobei es Ludwig Schnappberger mit über einer Seite am härtesten traf) und abends Premiere. Uff!!!

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